Die Powerfrau in uns: Feministische Playlist und Kick-Ass Workouts

Natürlich ist mir längst die Geschlechterungerechtigkeit in meinen Playlisten aufgefallen.  Ich meine: Von fünf Lieblingsalben im Jahr 2017 ist nur eines von einer Frau.  Bei den zehn besten Songs des Jahres ist auch nur ein Song von einer Frau, dafür mindestens die Hälfte frauenverachtend. Kurz: Die Feministin in mir ist von mir und meinem Musikgeschmack schwer enttäuscht. Mit diesem Artikel voller wertvoller Powerfrauen-Musik und Workouts versuche ich sie zu besänftigen.

Ein wenig überraschendes Statement zu Beginn: Ich liebe Sport. Insbesondere, wie ich bereits geschildert habe, das Boxen. Die eigenen Grenzen kennenlernen, Kraft spüren und gewinnen. Sport lässt einen wachsen (nur metaphorisch). Ich habe so viel Selbstbewusstsein gewonnen, mich neu erfahren und gelernt, mit Stress und Niederlagen umzugehen. Begleitet hat mich dabei offiziell meistens eine Playliste, die zu fünfzig Prozent aus Eminem und zu weiteren fünfzig Prozent aus den Soundtracks der diversen Rocky-Filme besteht.

Inoffiziell ist mein Musikgeschmack aber natürlich deutlich breiter gefächert und meine Workouts bestehen nicht nur aus Runden am Boxsack und im Ring. Tatsächlich ist das sogar nur ein sehr kleiner Teil meines Trainingsprogramms.

1. Morgens Yoga. Natürlich.

Wie jede Mittzwanzigerin mit Wohnsitz in Freiburg oder Berlin starte ich meinen Tag mit Yoga. Um dem ganzen eine rebellische Note abzugewinnen, trinke ich dazu schwarzen Kaffee statt Matcha und verweigere jede Form von Atemkontrolle. Aber Yoga bleibt eben Yoga. Meistens besteht meine Übungsabfolge aus fünfzehn Minuten Stretching im Schlafanzug zu den Nachrichten im Deutschland Funk. Nicht sehr meditativ, aber effizient. Und Effizienz ist neben Selbstoptimierung, Matcha und Yoga ja wohl ein Grundwert aller Mittzwanziger. Zeit ist Geld und so. Manchmal mag ich es aber auch etwas professioneller und langsamer. Dann gönne mir (zugegeben mit etwas Schamgefühl) Yoga with Adriene:

2. Joggen oder: Alles über sechs Wiederholungen ist Cardio.

Mein liebster Trainings- und Lebenspartner ist leider kein großer Fan des Joggens. Und das ist noch eine vorsichtige Formulierung. In vier Jahren Beziehung war er genau drei Mal mit mir joggen, um sich auf unseren gemeinsamen Hindernislauf  vorzubereiten. Das größte Hindernis für ihn waren die 8km Distanz, die es zu überwinden galt. Das vorbereitende Joggen war jedes Mal eine eher nicht so schöne Erfahrung und hat unsere Beziehung über alle Maßen strapaziert. Wir haben also beschlossen, getrennte Wege zu joggen. Seither drehe ich meine Runden meistens allein. Das stört mich aber ehrlich gesagt nicht. Im Gegenteil: Ich liebe es, ungestört in meinem Tempo joggen zu können und dabei meine Musik zu hören (auch im tiefsten Winter). Die Playliste ist dabei tatsächlich voller Powerfrauen und Songs über sie und sei hiermit jeder und jedem ans Herz gelegt:

3. No excuses und so: Home-Workouts

Es gibt (Playliste hin oder her) immer einen guten Grund, nicht trainieren zu gehen. Es ist zu kalt, zu warm, zu nass, zu weit weg und überhaupt habe ich ausgerechnet dann, wenn das Training losgeht, schon was vor. Germany’s Next Topmodel schauen zum Beispiel. Dummerweise kann man in diesem Internet immer auch ein Workout finden, das sich in kürzester Zeit und ganz ohne Equipment selbst in meinem 13 m² Zimmer absolvieren lässt. Vor allem der FitFinder ermöglicht wirklich keine Ausreden und liefert dir genau das, wovor du dich drücken wolltest. Mein absolutes Highlight ist der Pilates-Lehrer Jake Dupree mit seinen Bauch-Beine-Po-Workouts. Nicht nur, dass seine überfröhliche Art das Tier in mir herausholt. Die Workouts sind auch noch so hart, dass man sich nach zehn Minuten fühlt, als wäre man von einem Laster überrollt worden. Ich wüsste zu gern, wie ihr euch danach fühlt. War es schwieriger, ihn zehn Minuten zu ertragen oder seine mörderischen Sit-Ups-Variationen?

4. Bodycross, Bouldern und der ganze Rest

Trotz aller Bequemlichkeit und Freude an meinen Playlisten, trainiere ich am Ende des Tages aber doch am liebsten mit anderen zusammen. Vor allem natürlich mit anderen Frauen. Wobei ich zugeben muss, dass das relativ selten der Fall ist. Ich beende den Artikel also in der Hoffnung, in Zukunft noch mehr Trainingspartner*innen zu finden. Ob Bodycross, Bouldern, Beachvolleyball oder – der Ehrlichkeit halber muss ich jetzt die Alliteration zerstören – Squashen, ich bin bei allem bereit, eine Playliste beizusteuern und loszulegen.

Motivation zur Beseitigung des Schweinehundes findet ihr hier:

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