Wir fahren nach Berlin: #wenigerMehr Umzugssünden

Von Umzügen habe ich definitiv genug. Ich bin kein Fan von Veränderungen und schon gar nicht von Chaos, Dreck und Koffern. Ich weiß nicht, ob letzteres auf die Scheidung meiner Eltern und die darausfolgenden Wochenendbesuche zurückzuführen ist, oder einfach evolutionär bedingt. Jedenfalls: Ich hasse es aus Koffern zu leben. Damit ist jetzt zum Glück erstmal Schluss. Um hier hinzukommen musste ich aber über einige #wenigerMehr Leichen gehen. Denn auch wenn ich versucht habe, den Umzug so nachhaltig zu gestalten wie möglich, hat das nicht immer geklappt. Deshalb kommt hier jetzt die Beichte meiner Umzugssünden.

Kardinalsünde To Go-Becher

weißer Einwegkaffeebecher vor weißem Hintergrund, minimalistisch, #wenigerMehr

Der Umzug war stressig, so stressig, dass wir auf der Fahrt nach langer Zeit mal wieder einen Kaffee To Go-Becher benutzt haben. Ich hatte unsere wiederverwendbaren Becher dummerweise in irgendwelchen Kisten verstaut. Bei mehr als 12 Stunden Fahrt und nur einem Fahrer war aber kein Kaffee auch keine Lösung. Also haben wir die Sünde begangen und einen To Go Becher genommen. Ja, sogar mit Plastikdeckel. Im Sinne der Fahrtsicherheit und der allgemeinen Laune war dieser Kaffee aber Gold wert. Und was aus ihm gelernt habe ich auch: Beim nächsten Umzug wird das Zero Waste Equipment in eine separate, gut gekennzeichnete Kiste verpackt. Für alle Fälle eben.

#wenigerMehr goes Berlin

Ansonsten sind wir so umweltschonend es eben mit einem Dieseltransporter ging nach Berlin getuckert (heißt: zu dritt in der Fahrerkabine). Einen Transporter brauchten wir, um die ganzen gebrauchten Sachen, die wir aus unseren diversen Familienzweigen zusammengetragen hatten, nach Berlin bringen zu können. Denn Umzugsstress hin oder her: Projekt #wenigerMehr wollte ich trotzdem durchziehen und der Bockmister war voll dabei.

Diesmal war ich besser vorbereitet als bei meinem sehr chaotischen Auszug aus Konstanz. Wir hatten Werkzeuge und Putzsachen eingepackt. (Allein in unserer allernächsten Verwandtschaft haben wir drei Bohrmaschinen aufgetrieben. In Zahlen: 3). Sogar an schnell auszupackendes Geschirr und eine Kaffeemaschine hatten wir gedacht. Trotzdem haben wir ein paar Dinge neu angeschafft. Und zwar folgendes:

1. Eine Leiter

Metallfarbene Leiter vor blauer Wellblechwand

Natürlich hatten wir eine Leiter dabei. Es war ja vorhersehbar, dass wir in einer Altbauwohnung eine benötigen würden. Was ich bei aller Planerei jedoch nicht einkalkuliert hatte: Selbst mit Leiter war keiner der beiden mitgereisten Männer (und ich schon gar nicht) groß genug, um Lampen anzubringen. Also versuchten wir eine größere Leiter beim nahegelegenen Baumarkt zu leihen. Da das nicht ging und wir unter Zeitdruck standen (die beiden Herren und damit die volle Kompetenz zur Lampenanbringung musste bereits am nächsten Tag wieder die lange Reise Richtung Süden antreten), kauften wir eine.

Natürlich hatten wir dabei den typischen Gedanken: Kann man ja wieder zurückgeben. Nachdem wir die Lampen angebracht hatten, hatten wir allerdings noch einen Gedanken: Irgendwann muss man Glühbirnen wechseln. Und Dinge auf den Schrank räumen. Und Spinnweben entfernen. Und all das auf etwa vier Metern Höhe. In Anbetracht dessen schien es uns sinnvoll im Sinne der Arbeitssicherheit, die Leiter dann doch zu behalten.

2. Ein Kühlschrank

Geöffneter Kühlschrank mit Gemüse im Gemsüefach

Natürlich haben wir darüber nachgedacht, einen gebrauchten Kühlschrank zu kaufen. Allein schon, weil es viel günstiger gewesen wäre. Allerdings ist das wohl auf lange Sicht nicht unbedingt die nachhaltigere Lösung. Kühlschränke sind heutzutage viel energieeffizienter als die vor einigen Jahren produzierten. Und da so ein Kühlschrank allgemein so lange in Betrieb bleibt, bis er nicht mehr funktioniert, ist es sinnvoll, in einen guten neuen Kühlschrank zu investieren. Wir haben uns also zum Neukauf entschieden und dabei nicht nur auf Größe und Aussehen, sondern vor allem auf die Energieklasse geachtet.

Jetzt werden wir versuchen, auch die Nutzung möglichst energiesparend zu gestalten. Er steht weit entfernt von jeglichen Wärmequellen und wird nicht auf die allerkühlste Stufe gekühlt. Und zu guter Letzt versuchen wir ihn gut gefüllt zu halten. Denn ein leerer Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein voller. Laut dem Bockmister liegt das daran, weil der Luftaustausch bei einem leeren Kühlschrank größer ist. Das heißt, wenn man die Tür öffnet, entweicht kalte Luft sehr schnell, während die Kälte bei gekühlten Sachen ‚haften‘ bleibt. Das heißt: Es wird eingekauft. Und gegessen!

3. Ein Herd

Auch bei Herden hat sich die Energieeffizienz in den letzten Jahren deutlich verbessert, auch wenn diese insgesamt bei weitem nicht so hoch ist wie bei Kühlschränken. (Insgesamt lassen sich etwa 12 % des Stromverbrauchs eines Haushaltes auf den Herd zurückführen). Da keine Küche in der Wohnung vorhanden ist, konnten wir frei entscheiden, was uns die liebste Herd-Variante wäre. Und entgegen der großen Mehrheit der Küchenkäufer entschieden wir uns gegen einen Einbauherd.

Zum einen sind Einbauküchen unfassbar teuer. Mit unserem aktuellen Budget können wir uns keine komplette Küche, geschweige denn eine mit einem anständigen Herd, leisten. Wir wollen aber unbedingt einen anständigen Herd, da wir beide gerne kochen und backen. Also entschieden wir uns für einen freistehenden Herd. Der hat den Vorteil, dass wir ihn, wenn wir (in vermutlich wenigen Jahren) wieder aus der Wohnung ausziehen, einfach mitnehmen können. Gebrauchte Standherde sind leider größtenteils kleine Übergangslösungen. Die einzigen, die wir in unserer gewünschten Größe finden konnten, waren Gasherde, wofür uns wiederum der Anschluss fehlte.

Utensilien zum Pastakochen vor blauem Grund angeordnet

Also erschien es uns auch hier am sinnvollsten, einen neuen Elektroherd zu kaufen. Wir haben uns für einen mit Glaskeramikkochfeld entschieden, da diese eine deutlich bessere Energiebilanz als Herde mit gusseisernen Platten haben. Außerdem sind die Kochfelder des Herdes in unterschiedlichen Zonen einstellbar. So muss kein unnötig großes Feld erhitzt werden. Jetzt warten wir nur noch auf die Lieferung nächste Woche und dann wird das hier ein Kochblog.

 

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